Wie leben Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zusammen?

Welches Fest wird auf diesem Bild gefeiert? Was bedeutet dieses Ritual – und was tun und erleben die Menschen dabei? Welcher Ort wird auf diesem Bild gezeigt? Du möchtest mehr über die dargestellten Szenen und Ereignisse im «Wimmelbuch vom Zusammenleben» wissen?

In den kostenlosen Infoblättern findest du vertiefende fachliche Informationen – perfekt für den Unterricht oder um das Wichtigste über die kulturellen und religiösen Feste, Rituale und Schauplätze im Buch zu erfahren. Der Ausdruck der PDFs ist auf das Format A3 ausgelegt.

Zudem stellen wir hier die Kooperationspartner*innen des Projekts und den interreligiösen Entstehungsprozess des Wimmelbuchs vor. Im abgebildeten Flyer findest du auch die Veranstaltungen zur Lancierung des Wimmelbuchs.

Ausblick: Aktuell arbeiten wir mit der PH Bern und dem Haus der Religionen an diversen Vermittlungsformaten zum Wimmelbuch. Mehr dazu in Bälde.

Einzelne Infoblätter

1. Die Personen 

Diese 26 Menschen findest du auf jeder Doppelseite.

In unserer Gesellschaft leben Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und mit verschiedener Herkunft und Religionszugehörigkeit:  Junge und Alte, Umtriebige und Gemütliche, Singles und Grossfamilien, Gläubige und Säkulare. Sie alle leben ihren Alltag und ihre Rituale auf je eigene Weise und sind vielfältig verbunden mit ihren Mitmenschen. Auf den nachfolgenden Doppelseiten kannst du entdecken, was 26 Menschen aus unserer Mitte durch ein Jahr hindurch erleben, wem sie begegnen und welche religiösen Feste gefeiert werden.

2. Frühling in der Stadt

Eine frühlingshafte Innenstadt voller Leben

Zwischen Läden, Restaurants, Kirchen und Wohnhäusern pulsiert das urbane Miteinander. Mittendrin ein Friedensmarsch, bei dem die Menschen gemeinsam für Zusammenhalt und Verständigung eintreten. Im Gewimmel lässt sich auch die Vielfalt religiöser Feste und Rituale entdecken: von Ostern und Pessach über das Fasten im Ramadan bis zur Farbenfreude des Holi-Fests. Persönliche Begegnungen, gemeinsames Feiern und kleine Gesten der Hilfe machen sichtbar, wie Vielfalt, Respekt und Gemeinschaft unseren Alltag bereichern.

3. Das Miteinander im Quartier

Eine lebendige Quartier-Szene an einem frühsommerlichen Tag

Zwischen Wohnhaus, Volksschule, Fussballplatz und Kirche gehen Menschen ihrem Alltag nach. Kinder lernen und spielen, Erwachsene arbeiten, begegnen sich und gestalten gemeinsam das Quartierleben. Dabei spielen auch interreligiöse und relgiöse Begegnungen eine Rolle: Eine Schulklasse erfährt Wissenswertes zum Judentum und Islam. Wie überall finden in der Schule und auf dem Fussballplatz Menschen mit unterschiedlichsten kulturellen und sozialen Hintergründen zusammen. Im Gemeinschaftszentrum wird das muslimische Zuckerfest gefeiert, und in der Kirche findet eine Tauffeier statt.

4. Sommerfest der Kulturen

Willkommen zum Sommerfest der Kulturen beim Haus der Religionen!

Menschen aus der ganzen Stadt kommen zusammen, schlendern zwischen bunten Essensständen, probieren Speisen aus aller Welt und begegnen sich in offener Atmosphäre. Im Haus finden Feste und Rituale verschiedener Religionen statt – eine interreligiöse Feier, das muslimische Opferfest, eine hinduistische Tempelzeremonie und Einblicke in buddhistische und alevitische Rituale – und alle Interessierten sind zum Mitmachen und Kennenlernen eingeladen. Im Zentrum steht das gemeinsame Feiern, Essen und der Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser und kultureller Hintergründe.

5. Urbane Hektik & Innehalten

Es ist Herbst geworden in der pulsierenden Stadt, wo Alltagsbesorgungen und besondere Lebensmomente direkt nebeneinander stattfinden. 

Zwischen Spital, Supermarkt und Hauptstrasse erstreckt sich ein interreligiöser Friedhof mit viel Grün. Zu sehen sind eine Beerdigung, Rituale zu Allerheiligen, zudem ein Seelsorgegespräch am Spitalbett sowie Menschen beim persönlichen Gebet und Innehalten. In der Synagoge wird gerade das jüdische Neujahr gefeiert. Mitten in der Hektik der Stadt entstehen so immer wieder ruhige Augenblicke – für Freude und Begegnung ebenso wie für Abschied und Trauer.

6. Winterliche Lichterfeste

Wenn die Tage kürzer werden, wächst die Sehnsucht nach Licht, Wärme und Geborgenheit. 

Über verschiedene Religionen hinweg spielen Lichterfeste in dieser Zeit eine wichtige Rolle: Am Weihnachtsbaum werden Lichter entzündet, an Chanukka erinnern Kerzen an das Wunder des Lichts, und an Diwali wird der Sieg des Lichts über die Dunkelheit gefeiert. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft zeigt sich überall: Auf dem Weihnachtsmarkt erklingt Musik, die Menschen kaufen kleine Geschenke und spenden für Bedürftige. Im Kirchentreff ziehen Kinder gemeinsam Kerzen, zu Hause werden Weihnachtsguetzli gebacken. Daneben finden sich stille Momente – etwa in der buddhistischen Meditation und beim Yoga oder beim persönlichen Gebet im Alltag.

7. Raus in die Natur

Die ersten Frühlingsboten locken die Menschen raus aus der Stadt ins Grüne.

Eine Klasse begibt sich im kirchlichen Unterricht auf den Jakobsweg und soeben tritt ein frisch vermähltes Paar aus dem idyllisch gelegenen Hochzeitskirchlein. Die buddhistische Gemeinschaft spaziert nach der Neujahrsfeier im Tempel um den Stupabau. Anlässlich der orthodoxen Theophaniefeier wagen ein paar Mutige den Sprung in den eiskalten See, um das Kreuz zu fangen. Die Kinder sind in ihren bunten Kostümen bereit für die Fasnacht. Und im Restaurant  am See wird der Übergang zum Erwachsenwerden mit einer jüdischen Bar Mizwa gefeiert.

Begleitkommentar des Mitherausgebers

In unserer Gesellschaft erleben viele Menschen im Laufe ihrer Lebensgeschichte auch eine persönliche Glaubensreise. Gerade in Europa, wo Religionsfreiheit nicht nur rechtlich verankert ist, sondern im Alltag gelebt werden kann, ist es durchaus üblich, dass Menschen unterschiedlichen religiösen Traditionen begegnen, sich von ihnen inspirieren lassen oder ihren eigenen Glauben im Austausch mit anderen neu entdecken und vertiefen.

Dabei begegnen sich nicht nur Menschen unterschiedlicher Herkunft, sondern auch Gläubige verschiedener religiöser Traditionen. Im Dialog, bei gegenseitigen Besuchen, in gemeinsamen Projekten und im alltäglichen Zusammenleben lernen Menschen einander kennen und erfahren, was anderen heilig und wichtig ist.

Solche Begegnungen können zu gegenseitiger Inspiration führen. Andere religiöse Traditionen kennenzulernen bedeutet nicht, die eigene Identität aufgeben oder Unterschiede verwischen zu müssen. Vielmehr kann die Begegnung mit dem Anderen dazu anregen, den eigenen Glauben bewusster wahrzunehmen und die eigene Tradition aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Gerade darin liegt eine wichtige Grundlage für den Frieden zwischen den Religionen und der Gesellschaft. Frieden entsteht nicht allein durch Erklärungen und Vereinbarungen, sondern dort, wo Menschen miteinander leben, einander zuhören und füreinander Verantwortung übernehmen. Wenn Angehörige verschiedener Religionen Freundschaften pflegen, sich in schwierigen Zeiten unterstützen oder sich gemeinsam für ihre Mitmenschen einsetzen, wird interreligiöser Dialog konkret und erfahrbar.

So kann religiöse Vielfalt zu einer Bereicherung für die gesamte Gesellschaft werden. Wo Menschen einander zuhören, voneinander lernen und trotz unterschiedlicher Überzeugungen gemeinsam leben und handeln, wächst eine Kultur des gegenseitigen Respekts. Der Frieden zwischen den Religionen wird dadurch nicht zu einer abstrakten Idee, sondern zu etwas, das im täglichen Zusammenleben immer wieder neu entsteht und gestaltet wird. Auf eine besondere Art und Weise wird dies auch durch dieses Buch dargestellt.

Interreligiöser Entwicklungsprozess

Das Wimmelbuch wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Rat der Religionen, dem Verein Haus der Religionen – Dialog der Kulturen und Fachpersonen verschiedener Religionsgemeinschaften entwickelt. Folgende Institutionen und Personen waren dabei involviert und verdienen dankende Erwähnung:

Schweizerischer Rat der Religionen: Rita Famos (Präsidium; Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz), Önder Günes (Vizepräsidium; Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz), Isabelle Fisher, Abel Manoukian (Generalsekretariat), Farhad Afshar (Koordination Islamischer Organisationen Schweiz), Frank Bangerter (Christkatholische Kirche der Schweiz), Ralph Friedländer (Schweizerischer Israeli-tischer Gemeindebund), Felix Gmür (Schweizer Bischofskonferenz), Stefanos Athanasiou (Ökumenisches Patriarchat, Metropolie der Schweiz), Beat Ungricht (Schweizerische Evangelische Allianz)
Fachgruppe des Rats der Religionen: Elisa Blanco, Markus Burkhart, Sarah Böhm, Eva Ebel, Fathima Ifthikar, Ilya Kaplan, Michel Ronen, Alia Soliman.
Haus der Religionen, Bern: Mareike Scherer, Laila Sheikh, Thanuja Thangavel und beteiligte Religionsgemeinschaften.
Bosniakischer Kulturverein Džemat Bern, Gümligen: Saba Mujanovic
Synagoge Bern: Rabbi Jehoschua Ahrens
Führung Bremgartenfriedhof: Walter Glauser

Sie alle haben bereits im Entstehungsprozess des Wimmelbuchs ein Zeichen für interreligiösen Dialog und konstruktives Zusammenleben gesetzt.

Danke

Folgende Projektpartner*innenn haben die aufwändigen Recherchen und die sorgfältige Umsetzung des Wimmelbuchs finanziell unterstützt:

Schweizerischer Rat der Religionen (Mitherausgeber)
Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz
Schweizer Bischofskonferenz
Verein Haus der Religionen – Dialog der Kulturen
Ursula Wirz Stiftung
Stiftung Edith und Helmut Steiner
Stiftung Dialog
Kanton St. Gallen
Burgergemeinde Bern
René und Susanne Braginsky-Stiftung
Reformierte Kirche Kanton Zug
Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn
Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich
Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen

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